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03.12.1999, © Enno Park
Arnie is back...
1979 im Vatikan. Die Kirche weiß aus einer alten Prophezeiung, dass ein Mädchen auf die
Welt kommt, um 1999 vom Teufel geschwängert zu werden und den Antichristen zu gebären.
Eine fieberhafte Suche nach dem Mädchen beginnt. Der Vatikan will es schützen, einige
Kirchenobere jedoch wollen es lieber umbringen, um den Weltuntergang abzuwehren. Und
natürlich sind auch Satan und seine Schergen hinter ihr her. Schwarzenegger alias Cop
Jericho stolpert in diese Situation hinein und rettet natürlich am Ende nicht nur das
Mädchen sondern auch durch seinen plötzlich und spät
erlangten Glauben die ganze Welt vor dem Untergang.
Eigentlich ist es eine tolle Idee, Action, Okkult-Horror und Y2K zu einer Story zu
vermixen. Leider ist es aber kaum gelungen. Im Vergleich mit "Terminator 2" aber
auch mit "Matrix" locken Effekte und Stunts wohl heute niemanden hinterm Sofa
hervor. Und die Action steht deutlich im Vordergrund. Die Horrothematik wird wenn
auch in tollen Bildern eher lieblos heruntergeleiert. Wüster kann man Okkultismus,
Satanismus, Katholizismus und Freimaurerei nicht mehr verquirlen und verfremden. Das
Ergebnis ist ein Spiel mit Symbolen, das mit der Realität dieser Religionen und Sekten
nicht mehr das Geringste zu tun hat. Spannung und Grusel wollen nicht wirklich aufkommen,
schon deshalb nicht, weil die Handlung eine fast exakte Kopie der
"Terminator"-Filme ist. Es wird eben eine Frau nicht vor Maschinen aus der
Zukunft geschützt, sondern vor Dämonen. Und leider gelingt es der sehr bemühten Regie
nicht, dem Film trotz schlechter Schauspieler und undurchdachtem Drehbuch noch nennenswert
Feeling zu verleihen. Brilliante, epische Bilder gehen in einem viel zu hektischen Schnitt
unter.
Arnies großes Comeback ist also keines. Sicher ist sein Auftritt nicht so lächerlich wie
in Batman 4, aber der "Nacht ohne Morgen" ist leider weder besser (aber auch
nicht schlechter) als seine letzten Actionfilme. Einziger Lichtblick ist Udo Kier, der
einen wirklich fiesen Satanisten verkörpert. Schade, dass er eine viel zu kleine Rolle
hat. Und der Teufel selber wird von Gabriel Byrne verkörpert leider auch nicht
viel mehr als eine billige Al-Pacino-Kopie.
Versuchs noch einmal, Arnie! Und der Zuschauer ... schaut sich lieber noch mal
"Terminator" und "Der Exorzist" an. In dieser Reihenfolge.
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