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GOLDEN GLOBE VERLEIHUNG 2001

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23.01.2001, © Enno Park
Das Rennen um den Golden Globe für die Filme des vergangenen Jahres war ein wenig mau. Spannend natürlich, denn die Globe-Listen gelten als Orakel für die Oskar-Verleihung. Das Problem: Nach den wirklich vorzüglich Filmjahren 1998 und 1999 mit Filmen wie "Matrix", "Titanic", "The Big Lebowski" und "American Beauty" gab es im Jahr 2000 relativ wenig wirklich Sehenswertes und kaum einen Blockbuster, vor allem in der 2. Jahreshälfte.
Es ist wie am Aktienmarkt, wo nach der Hausse auch mal eine Baisse kommt wie ein Naturgesetz, aber die Probleme liegen tiefer. Das allgemeine Starvehikel funktioniert nicht mehr. Die erfolgreichsten Filme der letzten Jahre waren eben meistens keine Filme mit den großen Superstars, sondern brachten relativ unbekannte Schauspieler nach oben, die wiederum zu Stars wurden. Und die wirklichen Götter des Schauspielhimmels, Altstars wie Robert DeNiro und Jungtalente wie Robert Norton ("Keep the faith", "Fight Club") tragen sie eigentlich erst die richtig guten Filme. Dass das mit den ganz großen Stars so nicht funktioniert, sahen wir z.B. bei Tom Cruise und seiner Null-Nummer "Mission Impossible 2". Ausnahmen gibt es freilich: Kann Tom Hanks einen schlechten Film machen? Von "Big" ober "Forrest Gump" und "Saving Private Ryan" bis hin zu "Cast away" überzeugt er auf der ganzen Linie und zeigt immer wieder seine Vielseitigkeit.
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DAS BESTE DRAMA
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war, um es kurz zu machen, "Gladiator". Eine gute Wahl, aber auch ein wenig enttäuschend, denn er ist eben nicht annähernd so sensationell wie "Titanic" oder "Matrix". Die anderen Filme aus der Auswahlliste zeugen da eher von Verlegenheit, oder sollte wirklich "Traffic", "Erin Brockovich", "Wonderboys" oder "Ein Hauch von Sonnenschein" DER Film des Jahres 2000 gewesen sein? Eben! Einen Favoriten gab es noch, um den es wirklich schade ist, eigentlich mein heimlicher bester Film: "Billy Elliot". Verdient hätte er es, nur leider, leider nicht ganz der amerikanische Geschmack...
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BESTE KOMÖDIE
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Die Komödie wird an zweiter Stelle verliehen, sie sind wohl nicht ganz so viel Wert wie die Dramen. Warum eigentlich, ist nicht ganz klar, denn gerade Komödien wurden in den letzten Jahren als echte Filmkunst gefeiert, was schon bei den Coen-Brüdern beginnt. Sie hatten meinen Favoriten im Rennen: "O brother, where art thou". Wurde es leider nicht, schade. Außerdem nomiert waren "Chocolate" und "Best in show". Hmmm... wieder die allgmeine Verlegenheit, kaum richtig gute Filme nominieren zu können? Bleibt da noch ein Außenseiter von meinem Namensvetter Nick Park mit "Chicken Run", ein wirklich spaßiger Film, aber sicher wieder ... well ... zu britisch. And the winner is:
"Almost Famous". Wie bitte?
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MEHR STARS ALS FILME
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Das waren die Filme, bleiben die Stars. Die bekommen gleich 4 Globes, weil es eben mehr Stars als Filme gibt. Und zwar ganz traditionell Männlein und Weiblein getrennt und dann eben noch jeweils Drama und Komödie. Bei den dramatischen Damen waren Joan Ellen, Ellen Burstyn und Laura Linney nomiert für eher unbedeutende Leistungen in eher unbedeutenden Filmen. Wäre da nicht noch Björk mit ihrem wundervollen Debut "Dancer in the dark". Winner auf der ganzen Linie. Nur leider bekommt nicht die beste sondern die beliebteste die Statuette:
Julia Roberts für "Erin Brockovich". Also doch alles Weltverschwörung? ;-)
Bei den Männern ist die Lage etwas klarer. Russel Crowe als Stürmer in Gladiator vorne weg, Michael Douglas, Geoffrey Rush und Javier Bardem treten den Ball eher lustlos in den eigenen Linien. Wäre da nicht
Tom Hanks, der in Reihe den grandiosen Libero gibt und den Globe für "Cast away" bekommt. Böse Zungen sagen: In so einen Solo konnte ihn ja auch keiner an die Wand spielen. Mag sein, verdient hat ers!
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KICHERERBS/INNEN
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Frauen sagt man nach, sie seien entweder schön oder hätten komödiantisches Talent (wie war das noch mit dem Autofahren?). Natürlich alles gelogen. In diesem Jahr scheint sich aber die Regel zu bestätigen: Keine wirkliche Überfliegerin. Oder erinnert sich jemand an die Auftritte von Juliette Binoche, Sandra Bullock, Brenda Blethyn oder Tracy Ullman? Eben! Bekommen hat ihn dann
Renee Zellweger für "Nurse Betty". Ahso.
Bei den Herren der Schöpfung ist das Feld etwas klarer, waren es zwar auch nicht gerade in jedem Fall überragende Schauspielleistungen aber immer gute Komödien, die dahinter stehen: Jim Carrey, Mel Gibson ("Was Frauen wollen" -- mein Tipp für die nächsten Kinowochen), Robert DeNiro und John Cusack. Hier gönn ichs dem Gewinner für eine tolle Leistung in einem tollen Film:
George Clooney in "O brother where art thou". Clooney sieht zwar besser aus, als er spielen kann, aber wenn er dann wirklich mal richtig gut spielt, ist das doch ne Belohnung wert --
zumal "From dusk till dawn" sicher zu "igittigitt" für einen Globe oder Oskar war.
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KÖNIGSDISZIPLIN
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Die Masterminds sind die Regisseure. Sie machen aus schlechten Stars tolle Schauspieler und aus miesen Drehbüchern bildgewaltige Werke (und umgekehrt, wenn sie aus Deutschland kommen und nicht gerade Tykwer heißen). Nomiert waren Istvan Szabo, Ridley Scott, Steven Soderbergh und Steven Soderbergh. Nein, kein Tippfehler, der Mann ist wirklich 2x drin! Warum seine Regiearbeit so bemerkenswert war, dass er gleich für "Traffic" und für "Erin Brockovich" nomiert werden musste, bleibt wohl ein Rätsel, zumindest für letzteren hätte sich ein schöner Ersatz finden können (wie wär es mit Rober Zemeckis, Ethan Cone, Tim Burton?).
Was solls, genützt hat es ihm nichits, gewonnen hat ein Außenseiter, der uns seit einiger Zeit mit wundervollen Filmen wie dem "Hochzeitsbankett" und "Eissturm" verwöhnte:
Ang Lee bekommt einen Globe für "Tiger und Dragon". Also doch keine Weltverschwörung.
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FRAGEN ÜBER FRAGEN
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Bleibt noch offen: Was ist mit Grasgeflüster? Warum gibt es keine "beste Regisseurin in einer Komödie"? Bekommt "Charlie's Angels" einen Oskar? Interessiert das hier jemanden? ;-)
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